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Umgang mit Arzneimittel

Ein Medikament (Heilmittel) ist ein Arzneimittel, das in bestimmter Dosierung zur Vorbeugung, Linderung und zur Heilung einer Krankheit dient. Eine falsche Lagerung von Medikamenten, eine unüberlegte Entsorgung von Medikamenten, die Einnahme von falschen oder abgelaufenen Medikamenten, eine Überdosierung oder Unterdosierung kann für den Betroffenen im schlimmsten Fall böse Folgen haben. Wann und wie werden Medikamente eingenommen?

Dosierung und Wirkspiegel bei Medikation Medikament Arzneimittel

Dosierung und Wirkspiegel bei Medikation. Damit ein Arzneimittel erfolgreich eingesetzt werden kann, muss der Wirkstoff einen bestimmten Blutspiegel erreichen, die Konzentration eines Arzneimittels im Blut. Ein zu hoher Blutspiegel kann zu verstärkten Nebenwirkungen oder sogar zu Vergiftungen führen. Das Medikament muss in einer bestimmten Menge (Dosis) eingenommen werden. Auch der Zeitabstand zwischen den Einnahmen wichtig.

Medikamente – Irrtümer und Tipps zum Umgang

Große Arzneimittel kann man teilen, um sie besser schlucken zu können.
Stimmt nicht immer!
Bei Tabletten ist das zwar möglich und oft sogar durch Rillen vorgegeben, aber Dragees und vor allem Kapseln haben meist einen Überzug, der sie vor dem zerstörerischen Magensaft schützt. Beim Teilen wird dieser Schutz zerstört und das Medikament verliert bei der Magenpassage an Wirkung.

Bei Kindern sollte man die Erwachsenendosis einfach halbieren.
Stimmt nicht!
Manche Arzneimittel wirken bei Kindern völlig anders und müssen höher als vermutet dosiert werden, bei anderen sind Kinder weitaus empfindlicher. Man muss stets die Dosierungshinweise im Beipackzettel beachten oder spezielle Kinderpräparate anwenden. Beispielsweise gibt es für Säuglinge Nasensprays in ganz anderer Zusammensetzung.

Ist der gleiche Wirkstoff enthalten, kann ich auch Präparate von anderen Anbietern außer der Apotheke kaufen.
Stimmt nicht uneingeschränkt! Billige Medizinprodukte mit gleichen Wirkstoffen, die nicht in der Apotheke erworben wurden, müssen nicht die gleiche gesicherte Wirkung haben, denn diese hängt von der Konzentration, Reinheit, Herkunft, Verarbeitung, Gemisch etc. ab. Es macht einen Unterschied, ob bei einer Pflanzenarznei der Extrakt beispielsweise aus Blättern, Blüten oder der Wurzel gewonnen wird.

Naturheilmittel sind für die Hausapotheke unbedenklich, denn sie haben keine unerwünschten Nebenwirkungen!
Stimmt nicht! Reine Naturprodukte sind zwar meist verträglicher, aber sie können durchaus unangenehme Nebenwirkungen auslösen. Es ist also sinnvoll, sich stets auch darüber in der Apotheke beraten zu lassen.

Die Hausapotheke gehört ins Bad!
Stimmt nicht! Das Bad ist keinesfalls der beste Ort für die Hausapotheke. Die Feuchtigkeit und Wärme kann den Zubereitungen schaden. In der Wohnung eignet sich eher das meist kühlere Schlafzimmer oder die leicht zugängliche Diele.

Jod gehört zur Wunddesinfektion in jede Hausapotheke.
Stimmt nicht! Zwar kann Jod Wundränder desinfizieren, es birgt aber Risiken wie Allergien und Reizungen. Zur Wundversorgung sollte es nicht eingesetzt werden.

Milch macht Arzneimittel verträglicher.
Stimmt nicht! Milch kann die Wirkstoffe gleichsam umschließen und binden. Das schwächt die Wirkung ab. Dies gilt auch für Säfte (z.B. Grapefruit), die dafür nicht geeignet sind. Wasser ist der beste Begleiter des Arzneimittels.

Alte Arzneimittel verändern ihr Aussehen.
Stimmt nicht!
Auch wenn bei der Kontrolle der Hausapotheke die Farbe und das Oberflächenbild eines überlagerten Medikamentes unverändert erscheinen, kann es an Wirkung verloren haben. Man sieht es ihnen nicht an, wenn sie überlagert sind. Das belegt nur das Verfallsdatum auf der Packung.

Was bei meiner Mutter wirkte, ist auch gut für mich.
Stimmt nicht! Keineswegs wirken alle Substanzen bei allen Menschen gleich. Es gibt empfängliche Nutzer (Responder) und andere, bei denen dieser Wirkstoff kaum oder gar nicht wirkt. Das sagt nichts über die Qualität des Mittels aus. Daher kann auch nicht vorhergesagt werden, wie ein Medikament aus der Hausapotheke, das bei anderen hervorragend wirkte, bei einem selbst anschlägt.

Äußerlich anwendbare Mittel beeinflussen nur die Haut.
Stimmt nicht! Einreibungen, Salben, Lotionen oder Gel (z.B. Voltaren) dringen durch die Haut und wirken auch im Unterhautgewebe sowie den hautnahen Gelenken.

Apotheken können mit überschüssigen Restmedikamenten preisgünstig anderen Menschen helfen.
Stimmt nicht! Die Apotheke darf keine angebrochenen Originalpackungen aus der Hausapotheke zurückkaufen oder an andere Patienten weitergeben. Diese Restmedikamente müssen aus Sicherheitsgründen und aus hygienischen Aspekten entsorgt werden.

Alle Mittel der Hausapotheke sind jahrelang haltbar.
Stimmt nicht immer! Tropfen (z.B. Augentropfen) sollten nach Anbruch nicht länger als vier Wochen angewandt werden, sonst können sich Bakterien ansiedeln (Vorsicht Infektionsgefahr).

Ein Hausmittel für jede Symptomatik reicht.
Stimmt nur eingeschränkt!
Beispielsweise sind Hustenmittel nicht gleich Hustenmittel. Grundsätzlich gibt es Hustenstiller, die den quälenden Reizhusten unterdrücken, und Hustenlöser, die das Abhusten erleichtern. Bei einem viel Schleim produzierenden Husten wäre ein Hustenstiller falsch, da er das Abhusten erschwert und so zu Komplikationen führen kann. Es sollten also beide Gruppen von Hustenmittel in der Hausapotheke sein.

Bei Dauergebrauch lässt die Wirkung von Medikamenten nach und man muss höher dosieren.
Stimmt nicht! Bei einigen Medikamenten ist zwar eine derartige Gewöhnung an die Wirkstoffe bekannt, aber keineswegs gilt das für alle. Man kann also ohne Sorge vor Wirkungsverlust auch jahrelang notwenige Medikamente einnehmen.

Es ist egal, zu welcher Tageszeit ich mein Mittel nehme.
Stimmt nicht! Es gibt eindeutig eine Tagesrhythmik, so dass Arzneimittel zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich wirken. Man sollte also der Empfehlung zum Einnahmezeitpunkt stets folgen – bei Schlafmitteln versteht sich das von selbst.

Die Krankenkassen bezahlen die üblichen Mittel für die Hausapotheke.
Stimmt (leider) nicht! Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten keine freiverkäuflichen, nicht rezeptpflichtigen Präparate. Das gilt auch für so genannte Life-Style-Mittel zur Gewichtsreduktion, Präparate zur allgemeinen Steigerung der Immunabwehr, so genannte Erkältungsmittel, Abführmittel, Sexualstimulanzien, Präparate gegen die Reisekrankheit u.Ä.. Über mögliche Ausnahmen informieren die einzelnen Kassen und die Apotheke.

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Bilder: © Frank Geisler 2016

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